1400 km Autobahn bis an die Nordspitze Dänemarks: Teil II
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Nach weiteren 155 km Fahrt erreichen wir den Superchargerstandort in Bispingen mit 64 km Restreichweite. Dieser liegt etwas versteckt direkt neben dem Snow Dome. Wir müssen ein klein wenig schmunzeln, da 300 m Pistenlänge in der Schweiz höchstens als Übungspiste für Kleinkinder taugt. Eine der Ladesäulen ist so platziert, dass wir diese ohne abzukuppeln anfahren können. So dauert das ganze Prozedere kaum eine Minute und bereits fliesst der elektrische Saft. Knapp 800 km haben wir bereits zurückgelegt und stehen jetzt kurz vor den Toren Hamburgs.
Bisher gab es keinerlei Probleme beim Laden. Jeder Standort verfügte über ausreichend Ladestationen und auch Platz zum Abstellen des Wohnwagens war immer reichlich vorhanden. Wir konnten keine einzige defekte Ladesäule finden. Ein Qualitätsmerkmal, welches wir bei anderen Anbietern noch vermissen. Auch der Ladevorgang ist dank Plug and Charge denkbar einfach.
Die Batterie laden wir jeweils auf 80 bis 90% der Kapazität. Höher zu gehen lohnt sich schlichtweg nicht, da die Ladeleistung systembedingt zunehmend nachlässt und sich somit die Ladezeit stark verlängern würde.
Man merkt schon deutlich, dass man weiter nördlich ist. Die Morgendämmerung setzt viel früher ein als bei uns zu Hause und bald geht die Sonne auf. Kurz vor Hamburg lächelt sie uns mitten ins Gesicht. Um diese Zeit (Samstagmorgen vor 6 Uhr) ist es noch ruhig auf der Autobahn und so durchqueren wir schnell das immer wieder imposante Hafenviertel Hamburgs und können kurz darauf in den Elbtunnel einfahren. Die Grossbaustellen davor und danach existieren immer noch (scheint eine Dauereinrichtung zu sein) und ich muss mich höllisch konzentrieren, die richtige Spur zu halten. Bin ich froh haben wir dieses Nadelöhr jetzt hinter uns. Ab jetzt geht wird es gemütlicher werden. Kurz darauf steuern wir eine Raststätte an, auf der schon ordentlich Betrieb herrscht und schlafen erstmal eine Runde. Viel mehr als 2 Stunden werden es dann aber nicht, denn einerseits ist es ziemlich laut und auch die Sonne mag schon ganz schön den Wohnwagen aufheizen. Der Verkehr auf der Autobahn hat unterdessen stark zugenommen und entsprechend dürfte es wohl in Hamburg zu und her gehen. Wir gönnen uns noch ein Frühstück und machen uns wieder auf den Weg Richtung Dänemark.
Bald darauf kommen wir zur wohl letzten kritischen Stelle unserer Fahrt: Die Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Diese ist sehr windexponiert, weshalb die Höchstgeschwindigkeit auf 80 oder gar 60 km/h reduziert wird. Entsprechend stauanfällig ist deshalb dieser Abschnitt. Aber auch hier haben wir Glück und der Verkehr wird nicht mal zähflüssig. Auf der Gegenseite stockt er hingegen auf mehreren Kilometern. Wie wertvoll ist doch eine gute Reiseplanung...
Kurz vor 13 Uhr legen wir den nächsten Ladestopp in Busdorf ein. Genau 24 Stunden sind wir jetzt unterwegs. Auch hier können wir wieder laden ohne abkuppeln zu müssen. Es ist ein bisschen gefährlich hier, da viele Fahrer eines Verbrenners in den Ladepark fahren, weil sie die Einfahrt ins Drive In verpasst haben. Angepasste Geschwindigkeit scheint auch hier ein Fremdwort zu sein... Da zudem die Mittagssonne kräftig heizt, laden wir nur bis 73% der Kapazität und fahren dann weiter.
Ohne weitere Probleme erreichen wir die Grenze zu Dänemark und sind gespannt, wie die Superchargerstandorte hier wohl aussehen. Den ersten steuern wir bei Kolding an. Er befindet sich auf einer Industriebrache und zum ersten Mal sehe ich einen Nicht-Tesla an einem Supercharger laden. Auch das scheint wohl gut zu funktionieren. Wiederum müssen wir den Wohnwagen nicht abkuppeln. So einfach hatten wir uns das selbst in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt. Auch die Batterie des Wohnwagens lade ich mittels der mobilen Solarmodule etwas auf.
Bis zum Ziel sind es nun keine 300 km mehr. Wetter und Stimmung sind ausgezeichnet. Unser Experiment scheint ein voller Erfolg zu werden. Noch einmal laden und dann werden wir die Nordspitze Dänemarks erreichen. 1400 km haben wir in 32 Stunden mit einem eGespann zurückgelegt. Mit einem Verbrenner wären es vielleicht ein paar Stunden weniger gewesen, aber ob wir dann auch so entspannt angekommen wären? Bei den regelmässigen Ladestopps konnten wir jeweils auch unsere eigenen Batterien immer wieder aufladen, so dass wir die gesamte Reise über fit geblieben sind. Reisen statt Rasen ist das Motto für einen tollen und unfallfreien Ferienstart!
Beim letzten Ladestopp in Haverslev rufen wir bei einem Campingplatz an, da wir bisher noch nie einfach ohne Reservation auf einen Platz gefahren sind. Anreise ist bis 22 Uhr möglich. Auf den Bildern ist nur zu erahnen, an welch toller Lage der Platz liegt: Direkt an der Küste mit Blick gen Norwegen. Ein erstes Ferienhighlight...
Ach ja, die Superchargerstandorte in Dänemark sind ähnlich wie in Deutschland positioniert und bieten meist noch weitere Infrastruktur (wie Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten, etc.)
Nun verbringen wir erstmal ein paar Urlaubstage an der Nordspitze Dänemarks. Danach nehmen wir die Fähre nach Südnorwegen.
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5. Ladestopp am Superchargerstandort Bispingen -
Morgens kurz nach 6 Uhr vor dem Elbtunnel Hamburgs -
Moderate Verkehrsdichte vor dem Nord-Ostsee-Kanal -
6. Ladestopp am Superchargerstandort Busdorf -
7. Ladestopp am Superchargerstandort Kolding -
Auch Fremdfahrzeuge können am Supercharger laden -
Wir haben es geschafft: Ankunft am 1. Etappenziel! -
Ein traumhaft schöner Sonnenuntergang begrüsst uns
Kommentare
Kommentar von Markus Riesen |
Es geht wirklich nichts über eine gute Planung,?es war sicher eine tolle Erfahrung und hatten sehr viel spannendes Erlebt?.
Liebi Grüß
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