Das Abenteuer beginnt
(Kommentare: 2)
Nach all den vielen Planungsstunden und Vorbereitungsarbeiten ist heute der grosse Tag der Abfahrt gekommen. Leicht später als geplant verlassen wir am Freitag, 19.5.2023, um 13 Uhr Hüttwilen mit voller Batterie, passieren nach 20 Minuten die Grenze zu Deutschland und wiederum 20 Minuten später sind wir bereits auf der Autobahn gen Norden. Da es sich um einen Brückentag handelt (nach Auffahrt) hoffen wir auf ein geringeres Verkehrsaufkommen als sonst üblich.
Nach dem ersten Autobahnkreuz erhöht der Tempomat die Geschwindigkeit selbständig auf 130 km/h. Dieses Verhalten irritiert uns sehr, da wir bisher nur das Phänomen des sogenannten „Phantombremsens“ kannten, welches an gewissen Ort sogar reproduzierbar ist. Gibt es gar noch weitere gravierende Softwarefehler in den Assistenzsystemen?
Um den Energieverbrauch in vernünftigem Rahmen zu halten, wird der Tempomat wieder auf 85 km/h eingestellt. Offenbar zu langsam für LKW’s, die uns schon bald anfangen zu überholen. Wir suchen uns einen schönen dicken Brummi aus und passen den Tempomaten auf 90 km/h an. So können wir wunderbar im Windschatten mitgleiten.
Aufmerksam beobachte ich die Verbrauchswerte. Das Fahrzeug zeigt diese sehr übersichtlich an. Langsam pendelt sich der Durchschnittsverbrauch bei etwa 360 bis 380 Wh/km ein. Ohne Wohnwagen wären es etwa deren 200 Wh/km. Die Erfahrungen anderer Elektroautofahrer scheint sich zu bestätigen, dass sich der Verbrauch im Anhängerbetrieb (bei Wohnwagen) ungefähr verdoppelt. Trotzdem bin ich mit dem Verbrauch sehr zufrieden, da auf reinen Autobahnfahrten fast keine Rekuperationsenergie gewonnen werden kann. Bleibt es bei diesem Durchschnittsverbrauch, ist eine Reichweite von gegen 200 km durchaus realistisch.
Die Verkehrsdichte ist zwar zeitweise hoch, aber in unserer Richtung zum Glück ohne Staus. Wir kommen gut voran (deutlich besser als in der Planungsphase angenommen). Der Tesla berechnet aufgrund des Verbrauchs automatisch und fortlaufend den idealen Superchargerladeort. Diese befinden sich nicht direkt an der Autobahn, sondern maximal 3 km entfernt. Meistens sind sie auf einem Autohof angesiedelt. Nach rund 170 km Fahrt und 107 km Restreichweite führt uns das Navi zielsicher zum 1. Ladestopp bei Leonberg. Obwohl die Station etwas versteckt liegt, finden wir sie auf Anhieb. Es sind aber nicht nur zwei, drei oder vier Ladesäulen, sondern gleich deren 20! Und auf der gegenüberliegenden Strassenseite entdecken wir beim Gassigehen einen weiteren Standort mit sicherlich nochmals 16 Ladesäulen. Obwohl der Standort gut besucht ist, können wir (nach dem Abkoppeln des Wohnwagens) sofort an einer Säule laden. Später wird sich noch herausstellen, dass mehr oder weniger alle Standorte mit mindestens 16 Ladesäulen, manchmal auch deutlich mehr ausgestattet sind. An keinem einzigen dieser Standorte gab es eine Warteschlange.
Innerhalb von rund einer Stunde (vielleicht auch weniger, da ich mir die Ladezeiten nicht notiere) laden wir 58 kWh für gut 260 km Reichweite nach (ohne Berücksichtigung des erhöhten Verbrauchs durch den Hängerbetrieb). Die Batterie ist wieder zu 90% gefüllt. Jetzt geht es wieder zurück auf die Autobahn. Mal schauen, ob wir es noch bis zu unserem ersten geplanten Etappenziel im Raum Kassel schaffen, bevor wir eine Schlafpause einlegen...
Kommentare
Kommentar von Thomas M. |
Hi Andi
Ich freu mich für euch, dass alles so gut klappt! Viel Spaß weiterhin und passt auf euch auf.
Kommentar von Bea |
Spannend und es richtigs Abentür!
Vill spass
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